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Landschaft. Umwelt. Kultur. Eine Ausstellung im Museum für Photographie

Unser erster Artikel der neuen Reihe führt uns ins Photomuseum Braunschweig. Die aktuelle Ausstellung beschäftigt sich mit den New Topographics, einer Bewegung in der Fotografie, die erstmals in den siebziger Jahren in einer Ausstellung in Rochester / USA zusammengefasst und gezeigt wurde. Heute bezieht sich die Kuratorin Giesela Parak in der gezeigten Ausstellung auf dieses historische Vorbild und baut darauf auf.

Zu sehen sind Aufnahmen verschiedener Künstler/innen aus den letzten Jahrzehnten. Allen gemeinsam ist der Bruch oder auch die Verschmelzung von sich selbst überlassener und überformter Landschaft, Konstruktion und Kraut, Romantik und Humor. Die Ausstellung führt uns durch die Unorte und die Tristesse unserer unmittelbaren Umwelt.  Sie schafft es dabei aus dieser Banalität Schönheit zu erzeugen – um sie im gleichen Moment wieder zu zerstören.

Die dänische Künstlerin Christina Capetillo zeigt uns die fast musterartig abstrahierte Schönheit der banalsten Orte unserer Umgebung. In den  Bildern der US-Amerikanerin Jennifer Colten kann man sich  in kleinsten Details verlieren, während die Spanierin Carma Casulá uns mit ihrer Bildgewalt fast umwirft. Allen Arbeiten ist jedoch die Frage nach dem Einfluss unserer Zivilisation auf die Umwelt gemein. Sie sind dabei keineswegs belehrend oder gar vernichtend sondern eher beschreibend und oft auch voller Humor.

„In looking at the landscapes at the margins of the urban environment, I am looking for the fine line, walking between the hopefulness of regeneration and the despair of ruin.“ Jennifer Colten

Wer sich näher mit der kunsttheoretischen Perspektive auf diese Ausstellung auseinander setzen möchte, dem sei der sehr schöne Katalog zur Ausstellung ans Herz gelegt. Aufbauend auf die Ausstellung findet am Freitag den 30.10. von 09:00-18:00 im Architekturpavillion der TU ein Symposium mit den Künstlern statt.

Nun sind wir direkt hinein gesprungen, in die Welt der Kunst. Was für ein Gegensatz zu Gärten und Reparaturcafes. Doch es gefällt uns, neben der hands-on Mentalität der letzten Beiträge nun ein wenig theoretischer, künstlerischer und vieleicht auch nachdenklicher zu werden. Passend zum Herbst halt.

In diesem Sinne sei Euch ein Besuch dieser wunderschön zusammengestellten Schau wärmstens empfohlen.

Öffnungszeiten:
Di – Fr 13 – 18 Uhr
Sa + So 11 – 18 Uhr
So 16 Uhr Führungen

Eintritt
2,50 €, ermäßigt 1 €

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