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ReparaturCafé

Heute gehen wir ins Reparaturcafé, das seit Februar diesen Jahres jeden zweiten Samstag im Monat in der Karlstraße seine Türen öffnet. Es ist eine gemeinschaftliche Initiative der Freiwilligen Agentur, die die ehrenamtlichen Experten stellt, des Makers Club/Selbstwerk für weitere fachliche Unterstützung, und der Landeskirchlichen Gemeinschaft, die unter anderem die Räume zur Verfügung stellt. Werkzeuge und Maschinen werden über Spenden finanziert.

 

Im Internet erfahren wir, dass zur Reparatur alle Dinge, die mit einer Hand getragen werden können, zugelassen sind und so darf Lenas kaputter Staubsauger heute mit auf unseren Ausflug. Am Empfangstresen melden wir ihn zur Reparatur an und schon sitzen wir bei Thomas, einem der ehrenamtlichen Experten, und machen uns gemeinsam ans Werk. Nach und nach wird der Staubsauger in seine Einzelteile zerlegt. Dabei kommen wir mit Thomas ins Gespräch und erfahren dabei von einem der wichtigsten Leitgedanken des Reparaturcafés: Der Hilfe zur Selbsthilfe. „Die Leute werden direkt in die Reparatur einbezogen“, erklärt uns Thomas. Das vermittelte Wissen sei oft übertragbar. Dadurch würde die Hemmschwelle herabgesetzt, selbst einmal Hand anzulegen, statt alles vermeintlich Kaputte gleich wegzuwerfen.

Ich überlasse Lena, Thomas und den Staubsauger sich selbst, hole mir gegen eine kleine Spende Kaffee und Kuchen und schaue mich in Ruhe um. Es ist ein buntes Treiben. Wo ich auch hinschaue sitzen die Leute über aufgeschraubten Toastern, Computern, Lampen, Digitalkameras, Druckern… Eine Frau hält einen Bademantel hoch und ist ganz aus dem Häuschen. Ich erfahre, dass die freiwillige Fachfrau Pamela zuerst ihre Nähmaschine reparierte und dann mit der reparierten Nähmaschine den kaputten Bademantel genäht hat. „Der absolute Wahnsinn!“ Das hat sich gelohnt.

Zurück bei Lena und Thomas ist der Staubsauger schon wieder zusammengesetzt. Thomas lobt das „Teamwork“ und schreibt zufrieden auf den Reparaturzettel: „OK – repariert!“

Im anschließenden Gespräch mit den Organisatoren Oliver Ding (Freiwilligenagentur), Matthias Klöpping (Landeskirchliche Gemeinschaft), Hanna Schmitz (Makers Club/Selbstwerk) und Thomas Hoermann (Ehrenamtlicher) erfahren wir von der Entstehungsgeschichte des Cafés. Braunschweig muss wohl reif gewesen sein für dieses Projekt. Alle Beteiligten liefen sich im Herbst letzten Jahres mehr oder weniger zufällig über den Weg, alle auf der Suche nach Partnern für die Gründung eines Reparaturcafés.

Seit Februar treffen sich nun jeden zweiten Samstag im Monat ca. 15 freiwillige Experten und reparieren zusammen mit den Besitzern havarierte Geräte. Die Motivation ist für alle ähnlich: Man möchte in erster Linie eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft bieten und zudem einen Ort schaffen, an dem sich Menschen mit ähnlichen Interessen treffen.

Es hat uns gut gefallen im Reparaturcafé. Wir wurden freundlich empfangen, haben viel gelacht und gehen mit einem heilen Staubsauger nach Hause. Danke!

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